Zur Kommentierung freigegeben: Nationale VersorgungsLeitlinie Diabetes - strukturierte Schulungsprogramme
Bis zum 15. August 2012 steht die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Diabetes – Strukturierte Schulungsprogramme zur öffentlichen Konsultation bereit. Fachkreise und Interessierte sind eingeladen, ihre Kommentare an die Autoren der ärztlichen Leitlinie zurückzumelden.
Ein Diabetespatient muss die wichtigsten Maßnahmen zur Behandlung im Alltag selbstverantwortlich umsetzen. Deshalb hängen Therapieerfolg und Prognose des Diabetes zu einem hohen Maße vom Selbstbehandlungsverhalten des Patienten ab. Hierfür benötigt er Kenntnisse und Fertigkeiten, die ihm im Rahmen von strukturierten Schulungs- und Behandlungsprogrammen sowie Einzelschulungen vermittelt werden. Die Patientenschulung wird daher in der Diabetologie schon seit 1930 als ein wesentlicher Bestandteil der Diabetestherapie angesehen.
Die Voraussetzungen für die Anwendung von strukturierten Schulungs- und Behandlungsprogrammen für Diabetes sind in Deutschland gut: durch die Disease Management Programme (DMP) ist hier weltweit einmalig der Anspruch auf Zugang zu strukturierter Diabetesschulung formal verankert. Für die Durchführung der Schulung steht eine große Anzahl von qualifizierten Schulungskräften zur Verfügung.
Dennoch nehmen bislang zu wenige diabeteskranke Menschen dieses Angebot wahr: Aktuelle Auswertungen aus Nordrhein-Westfalen zeigen, dass dort nur etwa zwei Drittel der Patienten mit Typ-2-Diabetes an einem strukturierten Schulungs- und Behandlungsprogramm teilgenommen hatten. Von Patienten mit Typ-1-Diabetes waren es bislang mehr als vier Fünftel.
Um diese Versorgungslücke zu schließen, haben die Träger des NVL-Programms die Entwicklung einer Nationalen VersorgungsLeitlinie Diabetes - Strukturierte Schulungsprogramme beschlossen.
Unter http://www.versorgungsleitlinien.de/themen/diabetes2/dm2_schulung kann die NVL bis zum 15. August 2012 kritisch begutachtet werden. Kommentare und Änderungsvorschläge werden online unter www.versorgungsleitlinien.de/kontakt oder per email an nvl@azq.de entgegengenommen. Alle interessierten Personen aus Fachkreisen, Betroffenenorganisationen und Betroffene sind eingeladen, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen. Die eingegangenen Kommentare werden nach Ablauf der Konsultationsfrist gesichtet. Die Autorengruppe entscheidet nach sorgfältiger Prüfung über deren Berücksichtigung.
Das Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien steht unter der Trägerschaft von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Mit der Durchführung wurde das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin beauftragt. Zu ausgewählten Krankheitsbildern arbeiten Experten verschiedener Organisationen zusammen, um im Rahmen der strukturierten Versorgung chronisch kranker Menschen die angemessene und evidenzbasierte Patientenversorgung darzustellen.
Weitere Informationen:
Konsultationsfassung der NVL Diabetes – Strukturierte Schulungsprogramme

