EbM-Kongressbericht: Machen wir's doch in Salzburg!
Bericht von der 11. Jahrestagung des Deutschen Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V.
von Sylvia Sänger
Vom 25. Februar bis zum 27. Februar 2010 fand in Salzburg die 11. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin statt. Mehr als 260 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien tauschten sich darüber aus, ob und wie "EbM - Ein Gewinn für die Arzt-Patientenbeziehung?" sein kann.
Kleiner Rückblick
Mitgliederversammlung des Deutschen Netzwerk Evidenzbasierte Medizin im Jahr 2009 in Berlin. Ratlosigkeit herrscht, als bekannt wird: noch ist kein Veranstaltungspartner für die "kleine" Jahrestagung gefunden. Also dann doch nur alle zwei Jahre der "große" Kongress in Berlin? Klares "Nein" von den Mitgliedern. Natürlich, es sind Netzwerker und sie brauchen und wollen den Austausch. Da steht Andreas Sönnichsen auf und sagt: "Wir können uns auch in Salzburg treffen." Und so fand die 11. Jahrestagung des Deutschen Netzwerk Evidenzbasierte Medizin gemeinsam mit dem 2. Forum Medizin 21 der Paracelsus Universität in Salzburg statt.
"Ich bin mir nicht sicher, ob wir alle das Gleiche meinen, wenn wir von evidenzbasierter Medizin reden" sagt der österreichische Gesundheitsminister Alois Stöger in seinem Eröffnungsgrußwort. Nicht nur Arzt und Patient, auch Entscheidungsträger in der Gesundheitspolitik brauchen das gleiche Verständnis der evidenzbasierten Medizin. Oft sind Entscheidungen sowohl auf der Arzt-Patienten-Ebene als auch in der Gesundheitspolitik auch von anderen Einflüssen bestimmt, wie dem öffentlichen Druck oder bestimmten Interessen. Das ist eine große Herausforderung für die EbM. Der Kongress widmete sich schwerpunktmäßig den Themen: kritischer Medizinjournalismus, Risikokommunikation, Entscheidungsanalysen, Versorgungsqualität und Patientensicherheit, Patientenkompetenz, Interessenkonflikte und Partikularinteressen, Arzt-Patienten-Kommunikation auf der Grundlage von Leitlinien und Patientenleitlinien und Gesundheitsbildung. Bei allem darf in der Evidenzbasierten Medizin nie vergessen werden, dass die Patienten im Mittelpunkt stehen, so die eindringliche Forderung des Netzwerkvorsitzenden David Klemperer. Um die Frage beantworten zu können: "Was ist wirklich gut für den Patienten?" braucht es gute Informationen, verlässliche Studien und das know how, um diese Studien zu interpretieren. Allesamt Aufgaben, die auf der Agenda des Deutschen Netzwerk Evidenzbasierte Medizin stehen. Ein wichtiges Ergebnis der Jahrestagung ist auch die Gründung eines österreichischen Fachbereiches unter dem Dach des Deutschen Netzwerk Evidenzbasierte Medizin.
Ein Highligt neben dem wissenschaftlichen Programm war die Podiumsdiskussion "EbM in Zeiten der Schweinegrippe". Diese Diskussion fasste anschaulich zusammen auf welche dringliche Fragen evidenzbasierte Medizin reagieren muss.


