PaSQ

Das "European Union Network for Patient Safety and Quality of Care (PaSQ)" war eine Joint Action mit dem Ziel, die Zusammenarbeit zwischen den europäischen Mitgliedsstaaten in den Bereichen Patientensicherheit und Qualität in der Gesundheitsversorgung zu fördern. Des Weiteren sollte die Implementierung der EU Council Recommendation on Patient Safety aus dem Jahr 2009 unterstützt werden.

Was ist PaSQ

Das Projekt wurde vom 1. April 2012 bis 31. März 2016 durch die Europäische Kommission mitfinanziert. Koordiniert wurde PaSQ mit seinen mehr als 60 Partnern von der französischen Gesundheitsbehörde HAS (Haute Autorité de Santé). Zu den beteiligten Akteuren zählten Gesundheitsministerien, wissenschaftliche Institute, Kompetenzzentren der Gesundheitsversorgung sowie europäische Stakeholderorganisationen. Als deutsche Vertreter nahmen auf Wunsch des Bundesministeriums für Gesundheit das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) und das Institut für Patientensicherheit (IfPS) des Universitätsklinikums Bonn an diesem Projekt teil. Das ÄZQ war nationale Kontaktstelle für Deutschland (PaSQ National Contact Point).

Im Rahmen von sieben Arbeitspaketen wurden ein Austauschmechanismus für Experten und in der Praxis Tätige aufgebaut sowie eine Internetplattform eingerichtet, um lokale Patientensicherheits- und systembasierte Qualitätsmaßnahmen auf nationaler und regionaler Ebene zu verbreiten. Die Instrumente dienten der Entwicklung und Aufrechterhaltung des europäischen Netzwerkes. Es wurde diskutiert, PaSQ nach Projektende in eine permanente Struktur zu überführen.

Arbeitspakete von PaSQ

Das "European Union Network for Patient Safety and Quality of Care" umfasste sieben Arbeitspakete mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Jedes Arbeitspaket wurde von einer Organisation geleitet – bezeichnet als "Work Package Leader".

Arbeitspaket 1 – Koordination

HAS (French National Authority for Health), Frankreich
Das Arbeitspaket 1 befasste sich mit der Gesamtkoordination des Projektes. Die französische Gesundheitsbehörde HAS (French National Authority for Health) war Kontaktstelle für die Europäische Kommission sowie die beteiligten Partner hinsichtlich inhaltlicher, administrativer und finanzieller Belange. 

Arbeitspaket 2 – Disseminierung

AQAH (Agency for Quality and Accreditation in Health Care and Social Welfare), Kroatien
Das Arbeitspaket 2 war für die interne und externe Kommunikation im Rahmen von PaSQ zuständig. Schwerpunkt war außerdem die Verbreitung der Projektergebnisse auf der PaSQ-Homepage. 

Arbeitspaket 3 – Evaluation

NKUA (National and Kapodistrian University of Athens), Griechenland
In dem Arbeitspaket 3 lag der Fokus auf der Evaluation des Projektes. Es wurden sowohl die Prozesse, als auch die Wirkung bewertet.  

Arbeitspaket 4 – Sammlung und Austausch von Patientensicherheitsmaßnahmen

DSPS (Danish Society for Patient Safety), Dänemark
Das Arbeitspaket 4 konzentrierte sich auf die Identifizierung, Bewertung und Verbreitung von innovativen lokalen Patientensicherheitsmaßnahmen (Patient Safety Practices, PSPs). Gemeinsam mit dem Arbeitspaket 6 wurde ein Austauschmechanismus (Exchange Mechanism) etabliert, der die Zusammenarbeit von Professionellen im Gesundheitswesen förderte. Ziel dieses Austauschmechanismus war, die Kenntnisse und Fähigkeiten in Bezug auf lokale Patientensicherheitsmaßnahmen und systembasierte Qualitätsmaßnahmen zu erweitern. 

Arbeitspaket 5 – Implementierung von Patientensicherheitsmaßnahmen

AQuMed (Agency for Quality in Medicine), Deutschland
In dem vom ÄZQ geleiteten Arbeitspaket 5 wurden ausgewählte Patientensicherheitsmaßnahmen (Safe Clinical Practices, SCPs) in Gesundheitseinrichtungen von 18 Mitgliedsstaaten implementiert. Als erster Arbeitsschritt wurde mit Unterstützung der Partner des Arbeitspaketes eine Recherche und Auswahl der SCPs durchgeführt. Die Rekrutierung der an der Implementierung teilnehmenden Gesundheitseinrichtungen erfolgte über die sogenannten PaSQ National Contact Points (NCPs) in den Mitgliedsstaaten. Deutscher PaSQ NCP war das ÄZQ. Zur Unterstützung der Implementierung wurden Tool Boxen zu den SCPs zusammengestellt und Webinare veranstaltet. Der Implementierungsprozess wurde begleitet und evaluiert. 

Arbeitspaket 6 – Austausch zu Qualitätssystemen in der Gesundheitsversorgung in der EU

MSSSI (Ministry of Health, Social Services and Equality), Spanien
Im Arbeitspaket 6 wurde die Zusammenarbeit der europäischen Mitgliedsstaaten hinsichtlich der Qualitätsmanagementsysteme gefördert. Hierzu wurden systembasierte Qualitätsmaßnahmen (Good Organisational Practices, GOPs) erfasst, welche im Rahmen des Austauschmechanismus von Arbeitspaket 4 und 6 verbreitet wurden. 

Arbeitspaket 7 – Nachhaltigkeit des Netzwerks

SKMoH (Ministry of Health of the Slovak Republic), Slowakische Republik
Das Arbeitspaket 7 beschäftigte sich mit der Nachhaltigkeit des Projektes und der Aufrechterhaltung des europäischen Netzwerkes.

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zuletzt verändert: 05.04.2023 | 13:37 Uhr